Ergebnisse der Mornell-Exkursion vom 25.08.2013

Exkursionsbericht

Die OBS-Exkursion vom 25.08. zu den bekannten Rastgebieten der Mornellregenpfeifer bei Eft-Hellendorf (Gemeinde Perl) war ein großer Erfolg. Bei durchaus beachtenswerter Beteiligung aber durchwachsenem Wetter machte sich die Gruppe um etwa 08:30 Uhr auf den Weg zu den seit Jahren regelmäßig genutzten Rastflächen des Schneebergs.

Die Teilnehmer der Mornell-Exkursion 2013 auf der
Suche nach den gut getarnten Mornellregenpfeifern
(Foto G. Süßmilch)

Bereits nach kurzer Suche konnten die ersten beiden Mornells auf französicher Seite gesichtet werden, die zunächst in einer Ackerkuhle verschwanden. Nach kurzer Nachsuche konnten die etwa amselgroßen Vögel wiederentdeckt werden in einer Gruppe von insgesamt 8 Individuen, die mit der Nahrungssuche auf dem Acker beschäftigt waren. Der rastende Trupp bestand aus 5 adulten und 3 juvenilen Exemplaren und war recht mobil. Gegen Ende der Beobachtungsdauer kamen die Vögel auch auf angenehme Distanz heran (~50m), so dass sogar einige Fotos gemacht werden konnten.

Der sonstige Vogelzug war bei feuchter und kühler Witterung weniger stark ausgeprägt. Großvögel konnten keine beobachtet werden, lediglich einige Kleinvögel (darunter immerhin ein Brachpieper) konnten bei ihrem Zug festgestellt werden.

Die Bilanz des Tages:

  • 8 rastende Mornellregenpfeifer (5 ad., 3 juv.)
  • 1 Brachpieper (nur Rufe gehört)
  • ~20 überziehende Schafstelzen
  • ~10 überziehende Baumpieper

Der Vorstand und die Organisatoren danken Ihnen für die zahlreiche Teilnahme und freuen sich auf weitere Exkursionen!

Im Namen des Vorstands,

Sebastian Kiepsch

Mehr Infos zur Mornell-Rast im Saarland:

Die traditionellen Rastplätze des Saarlands befinden sich beide in der Gemeinde Perl, eines liegt am Renglischberg (zw. Sinz und Oberleuken), das andere am Schneeberg in unmittelbarer Nähe der deutsch-französischen Grenze bei Eft-Hellendorf. Daneben gibt es noch einen Rastplatz im Bliesgau, die Webenheimer Höhe, die in den vergangenen Jahren jedoch nicht regelmäßig besetzt war. Die typischen Rastflächen bestehen aus weiträumigen, offenen Äckern, die zur Zugzeit der Mornellregenpfeifer bereits abgeerntet und speziell gepflügt sind (gegrubbert). Die weite, ausgeräumte und fast baumleere Struktur dieser Rastgebiete ähnelt dem Brutgebiet der Mornellregenpfeifer, das in der polaren Fjälllandschaft liegt und wird daher zur Rast genutzt.

Um diese Attraktivität der Rastplätze für die europaweit gefährdete Art zu erhalten, wurden Schutzgebiete an diesen Rastplätzen ausgewiesen. Diese beinhalten eine Richtlinie für Landwirte, welche Feldfrüchte angebaut werden sollen und wie die Flächen vor der Zugzeit zu bearbeiten sind. Speziell im Bereich Renglischberg wurden in jüngerer Vergangenheit seitens der Landwirte geeignete Rastflächen durch veränderten Anbau mit für die Mornellrast untauglichen Feldfrüchten (Luzerne, Mais, Weidegras) völlig entwertet. Es besteht dringender Handlungsbedarf seitens des Umweltministeriums, den Rastplatz durch administrative Maßnahmen zu erhalten, was bislang jedoch aufgrung der negativen Einflussnahme der örtlichen Landwirtschaftsfunktionäre auf die zuständige Politik nicht geschehen ist.