Brutvogel-Monitoring

Das Brutvogel-Monitoring ist eines der wichtigsten Projekte des OBS. Es gliedert sich im Saarland in zwei Unterprojekte: Das Monitoring häufiger Brutvögel (MhB) und das Monitoring seltener Brutvögel (MsB). Die bundesweite Koordination dieser beiden Projekte übernimmt der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der OBS arbeitet als Regionalverband für das Saarland eigenverantwortlich an der Kartierung vor Ort.

Ziele dieser langfristigen Erfassungsprojekte sind die Angabe eines möglichst genauen Bestands der Brutvogelarten und der Entwicklung über die Jahre, sowie das Erkennen von Trends und möglichen Gefährdungen.

Monitoring häufiger Brutvögel (MhB)

Dieses Projekt dient der Erfassung des Brutbestands der häufigsten einheimischen Brutvögel. Aufgrund der großen Zahl an Brutpaaren und der weiträumigen Verbreitung entziehen sich diese einer direkten, flächendeckenden Zählung und müssen im Bestand geschätzt werden. Um ein möglichst genaues Ergebnis zu erzielen, verwendet man die Daten so genannter Probeflächen als Basis einer Hochrechnung für das gesamte Bundesgebiet. Die Ergebnisse des Monitorings werden jedes Jahr in der Broschüre „Vögel in Deutschland“ zusammengefasst veröffentlicht.

Dorngrasmücke (Sylvia communis) – Häufige Brutvogelart des Offenlands mit Gebüschen
(Foto: Sebastian Kiepsch)

Die ca. 1.000 deutschen Probeflächen sind dabei 1 km² groß und nach vorgegebenen Kriterien vorausgewählt. Sie beinhalten in ihrer Gesamtheit alle typischerweise in Deutschland vorkommenden Lebensräume. Von ihnen liegen 30 im saarländischen Landesgebiet, diese sind über alle Landkreise und verschiedenste Biotoptypen verteilt. Die Probeflächen dienen dabei entweder zur bundesweiten Bestandsschätzung („Bundesflächen“) oder werden zur Auswertung für das jeweilige Bundesland genutzt („Landesflächen“).

Die zur Anwendung kommende Methode ist die Linienkartierung als vereinfachte Version der Revierkartierung. Dabei wird bei jedem der vier Kartierungsgänge eine 3–4 km lange, festgelegte Route innerhalb der Probefläche abgeschritten. Alle dabei beobachteten Vögel mit eindeutigem Revierverhalten (Gesang, Revierkämpfe, Nestbau, Füttern, etc.) werden auf einer Tageskarte punktgenau eingezeichnet. Die Beobachtungen für jede Art werden anschließend in Artkarten übertragen, auf denen sich nach Abschluss der Erfassung oft klare Reviere mit regelmäßigen Nachweisen bilden lassen. Die Probefläche wird abschließend nach vorhandenen Biotoptypen aufgeschlüsselt, die genaue Zahl der Reviere nach Art und Lebensraum gemeldet.

Wenn Sie Interesse an diesem Projekt haben, können Sie aktiv am Monitoring häufiger Brutvögel im Saarland mitarbeiten. Von den 30 saarländischen Probeflächen sind zurzeit noch einige unbesetzt. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine gute Kenntnis der häufigsten Brutvogelarten und ihrer typischen Lautäußerungen (Gesänge, Trommeln bei Spechten, usw.).

Ansprechpartner:

Ulrich Leyhe – EMAIL

Mehr Informationen:

  • Webseite des DDA zum MhB – LINK
  • Mitmachen / Suche nach Probefläche – LINK
  • Kartieranleitung zum MhB – DOWNLOAD 

Publikationen:

  • Statusreport „Vögel in Deutschland“ des DDA – LINK

Monitoring seltener Brutvögel (MsB)

Dieses Monitoringprojekt befindet sich sowohl im Saarland wie auch bundesweit aktuell im Aufbau. Ziel ist es, die seltenen Brutvögel Deutschlands regelmäßig zu überwachen, um Bestandsentwicklungen gefährdeter Arten schon frühzeitig zu erkennen und so Maßnahmen zum Artenschutz ergreifen zu können.

Die bedeutendsten Arten sollen dabei gezielt an ihren bekannten Brutvorkommen punktgenau erfasst und auf Revierverhalten, gesicherte Bruten und deren Erfolg kontrolliert werden.

Junger Raubwürger (Lanius excubitor) – Einer der seltensten und bedrohtesten Brutvögel des Saarlands. Neben Bestand und Verbreitung sind auch Bruterfolg und Jungenzahlen für das Monitoring seltener Brutvögel von zentraler Bedeutung.
(Foto: Sebastian Kiepsch)

Bereits in der Vergangenheit hat der OBS ähnliche, auf einzelne Arten fokussierte Projekte durchgeführt, so z.B. die flächendeckende Kartierung von Rotmilan- und Schwarzmilan-Horsten. Die dort erhobenen Daten wurden vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz in die Windkraftplanung einbezogen und so genannte „Vermeidungszonen“ aufgestellt.

Ansprechpartner:

Norbert Roth – EMAIL

Mehr Informationen:

  • Webseite des DDA zum MsB – LINK